„Die Freimäurerei ist nichts Willkürliches, nichts Entbehrliches sondern etwas Notwendiges, das in dem Wesen des Menschen und der bürgerllichen Gesellschaft gegründet ist. Folglich muss man durch eigenes Nachdenken (...) darauf verfallen können (...).‟
Lessing, Gotthold Ephraim, aus "Ernst und Falk, Gespräche für Freymäurer", 1778/1780

Freimaurerei ist ein Lebensstil

Die freimaurerische Idee eines gemeinsamen Weltenbaus, eines Tempels der Humanität, ist keine eigenständige Philosophie, keine Religion und kein politisches Manifest.

In ihrem Kern geht es um individuelle Einsichten, die uns für unser irdisches Dasein ein Leben „unter einem Dach“ ohne Gewalt und Unterdrückung in einem menschlichen Miteinander und auch Füreinander ermöglichen. Freimaurerei ist daher eine auf das irdische Leben bezogene Geisteshaltung gemeinschaftsbezogener Lebensstil des Einzelnen.

Miteinander und Füreinander leben - im Konflikt das Beste daraus machen, ein idealer individueller Lebensstil, den man auch ohne Freimaurerei pflegen kann. Sicherlich. Die Freimaurerei bietet mit dem Bild des humanitären Weltenbaus für uns nur eine denkbare Möglichkeit des „sinnvollen Bauens und Gestaltens von Raum und Zeit“. Sie ist ein individueller Ansatz auf der Suche nach Lebensqualität und einer sinnvollen Lebensgestaltung gerade auch in einer sich „globalisierenden Welt“.
Damit die Verwirklichung dieses Ansatzes nicht an der Realität scheitert, wird die Freimaurerei noch heute durch den „symbolische Brückenschlag von Baukunst zur Lebenskunst“ belebt.

Die Freimaurerei bietet keine Heilslehre, keine Dogmen. Sie bietet durch die ritualisierte Betrachtung tradierter Symbole, wie Zirkel, Winkelmaß Wasserwage und Senkblei, in einem den Bauhütten vergleichbaren geschützten Raum, den Ort für die persönliche Reflexion.


Quelle: Jens Oberheide, Freimaurerei ein Lebensstil, Essay, Michael Hasenbeck, „Freimaurerei (k)ein Geheimnis, Vortrag.