„Die Freimaurerei ist eine Kunst: die Kunst, das menschliche Leben harmonisch zu gestalten: die Kunst sich selbst in das rechte Verhältnis zu seinem Nebenmenschen zu setzen.‟
Erklärung der Grosslogen zum Grosslogentag zu Eisenach am 12. Mai 1901

Johannesfreimaurerloge Anna Amalia zu den drei Rosen i. Or. Weimar begehen Rosenfest

Traditionell endet und beginnt zum 24. Juni, am Johannistag, das Maurerjahr. Einer alten Überlieferung folgend, wird an diesem Tag, der sich durch die Dauer der Helligkeit auszeichnet, Johannes, dem Schutzpatron der Freimaurer, gedacht und auf die letzten zwölf Monate zurückgeschaut.

Bis zum 12. Juni war es nicht absehbar, ob uns in diesem Jahr ein Rosenfest – so nennen wir Weimarer Brüder der Loge Anna Amalia dieses Fest – zustande kommen kann. Nach Monaten des Verzichts auf rituelles brüderliches Miteinander bot sich dann die Chance. Voller Eifer und auf viele Schultern verteilt, liefen die Vorbereitungen kompakt wie nie zuvor. In der Niederburg zu Kranichfeld fanden wir ein Ambiente, dass allen Vorstellungen und der besonderen Atmosphäre der Arbeit gerecht wurde. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Stadt Kranichfeld und die von dort kommende Unterstützung. Am Tag des Rosenfestes überbrachte die amtierende Rosenkönigin beste Grüße an die Logenbrüder, besuchende Brüder und herzlich willkommen geheißene Gäste und Schwester.

Letztere wurden zunächst im gemütlich attraktiven Umfeld des Museums-Café mit dem Wirken des Heimatdichters Rudolph Baumbach vertraut gemacht, dessen bekannteste Volksweise „Hoch auf dem gelben Wagen“ beschwingt im Ohr klingt. Zeitgleich absolvierten die Brüder ihre Festarbeit unter Leitung des amtierenden Meisters vom Stuhl Dr. Ing. Frank Wolf. Dieser würdigte in seiner Ansprache das große Engagement aller Brüder, trotz Begegnungsbeschränkungen ein Mindestmaß an geistesverwandten Miteinanders mittels digitaler Medien, durch die Initiierung einer brüderlichen Impulsreihe, die Denkanstöße mit Bezug zum Jahreskreis und mitunter Reflexionen zu Momenten des Erlebens vom Sonnenaufgang, dem Besuch einer Ausstellung oder historische Assoziationen zum Orient Weimar aufgriffen. Bewegt erinnerten wir uns dem würdigen Gedenken unsere verstorbenen Brüder im November und dem virtuellen Besuch im Bayreuther Freimaurermuseum. Besondere Anerkennung erfuhren die Anstrengungen und die geleistete Arbeit zur Gestaltung des neuen Logendomizils in der Thomas-Münzer-Straße in Weimar. In der dort erfolgten rituellen ersten Arbeit im Juni erfühlten sich alle Erwartungen und bestätigte sich die Entscheidung für dieses Objekt. Damit war die Jahresarbeit beendet. Mit je einem Hammerschlag beendete der Meister vom Stuhl das abgelaufene und eröffnete danach das neue Maurerjahr.

Nach einer kurzen Erholung im Rosengarten mit würdiger Begrüßung der Gäste folgte die Festarbeit. Diese folgte dem traditionellen Zeremonial und war geprägt von der Meisteransprache sowie der Festzeichnung. Emotional ambivalent charakterisierte Bewegtheit unserer Tage wurde im Kontext von Perspektivwechsel, Kehrseite und einem Laboratorium des Lebens gesetzt. Am Ende stand die Frage nach dem Sinn und Inhalt eines „guten Lebens“.

Umrahmt von wohlklingenden Tönen wurde zum Schmuck besuchende Schwestern und Damen das Symbol der Zuneigung und Verehrung – eine dunkelroten Rose – vom Meister vom Stuhl überreicht. An die Festtafel am Abend war so nicht zu denken – alternativ wurde ein neues Format aufgelegt – die Rosenvesper. Ein zwangloses Miteinander im Hof der mittelalterlichen Burg, kleiner Imbiss und besonders viel Zeit für Fragen und Meinungsaustausch – mit Abstand und unter freiem Himmel.

Im Resümee gab es nur positive Stimmen, die Freude über diesen Lichtblick, die Initiierung des brüderlichen Miteinanders und das Erleben der Kettenbildung, nach langen Monaten mit fehlenden Kontakten. Allen vorbereitenden und durchführenden Brüdern gilt ein großer Dank!
Niederburg zu Kranichfeld - 1147 erstmalig urkundlich erwähnt als kleine mittelalterliche Hauptburg – heute Veranstaltungsort mit Flair und Reiz.
Rosengarten – idyllischer Ort für die vom MvSt. angeordnete Erholung – Rosenkönigin im Gespräch mit MvSt. Dr.-Ing. F. Wolf
Rosenkönigin im Gespräch mit einem der ältesten Brüder unserer Loge, dem 89 jährigen Br. K.
Bereit für die Arbeit – Br. F. Wolf am Meistertisch